Ginetta G50 Cup, Red Bull Ring

Heimsieg für Florian Renauer beim Ginetta G50 Cup

2013 bleibt das Jahr von Florian Renauer: Beim zweiten Saisonrennen des italienischen Ginetta G50 Cup am Red Bull Ring in der Steiermark – dem ersten Auftritt des erst 19-jährigen Niederösterreichers vor heimischen Publikum in diesem Jahr – holte er am vergangenen Sonntag einen triumphalen Heimsieg. Für den amtierenden österreichischen GT4-Meister und Ungarischen GT-Meister von 2010 ist das der erste Rennsieg in dem international besetzten Markenpokal, in dem ausschließlich technisch idente Ginetta G50 GT4-Boliden mit rund 340 PS an den Start gehen. Weniger erfolgreich verlief für den zweiten Piloten von Renauer Motorsport: Niemand geringerer als DTM-Legende Alessandro Nannini war es, der Hannes Gsell im ersten Rennen am Sonntagmorgen spektakulär von der Strecke räumte – und damit beinahe den späteren Triumph des Teams aus Neunkirchen vereitelte.


Foto: J. Höblinger

Viele Jahre lang hatte er mit seiner knallgelben Ginetta G50 GT4 in diversen Meisterschaften die leistungsmäßig oft weit überlegene Konkurrenz geärgert – 2013 hat Florian Renauer endlich ein würdiges Betätigungsfeld für sich und seinen rechtsgelenkten, britischen Sportwagen gefunden: Im italienischen Ginetta G50 Cup sorgen idente Fahrzeuge für absolute Chancengleichheit, zudem ist das Feld des internationalen Markenpokals gespickt mit italienischen Renntalenten und weltberühmten Stars, die es sich in den 30-minütigen Sprintrennen so richtig besorgen. Beim Saisonauftakt der jungen, aufstrebenden Rennserie in Misano hatte sich „Flo“ noch mit Rang zwei begnügen müssen – beim zweiten Rennwochenende am heimischen Red Bull Ring war die Zeit nun reif für den ersten Sieg.

Dabei hatte im Vorfeld nicht allzu viel für einen rot-weiß-roten Triumph in der Steiermark gesprochen: Einerseits zählt die Berg- und Talbahn in Spielberg mit ihren langsamen Kurven nicht gerade zu den Lieblingsstrecken von Florian Renauer, der eher schnellere und technisch anspruchsvolle Kurven bevorzugt. Zudem war man im ersten freien Training noch einige Zehntel von der absoluten Spitze entfernt. Doch mit dank der Erfahrung von Teamchef Sepp Renauer und der konsequenten Arbeit der eingespielten Truppe aus dem niederösterreichischen Neunkirchen war man rechtzeitig zum Qualifying konkurrenzfähig. Das Resultat: Startposition 2 für Florian Renauer – gerade einmal 0,018 Sekunden(!) hinter der Pole sowie der starke siebte Rang für Teamkollege Hannes Gsell.

So gut der Samstag zu Ende ging, so katastrophal begann der darauffolgende Sonntag: Im ersten Rennen des Tages wurde Hannes Gsell bereits in der zweiten Kurve Opfer eines allzu optimistischen Überholversuchs von Rennveteran Alessandro Nannini. Auf der noch feuchten Strecke wählte der frühere DTM-Siegfahrer seinen Bremspunkt viel zu spät und räumte die gelbe Renauer-Ginetta brutal von der Strecke. Damit war nicht nur das Rennen für Hannes Gsell vorbei, angesichts der schweren Schäden am 340-PS-Boliden war auch unklar, ob Florian Renauer überhaupt zum zweiten Rennen würde antreten können.

Doch aufgegeben wird bekanntlich nur ein Brief: Bis unmittelbar vor Rennbeginn des zweiten Laufs arbeitete das gesamte Team von Renauer Motorsport an der Instandsetzung des arg demolierten Boliden – und mithilfe jeder Menge Tape-Band gelang es tatsächlich, die Ginetta wieder flott zu bekommen. „Das Auto schaute arg aus, aber es lief“, freute sich Florian Renauer über die gelungene Reparatur. Auf dem Weg in die Startaufstellung fuhr Florian einmal durch die Boxengasse, um die zweite Aufwärmrunde dafür zu nutzen, das Gefühl für das zusammengeflickte Auto zu bekommen. Dann ging es los.

„Schon beim Start hatte ich die Möglichkeit, am Polesetter Michele Merendino vorbeizugehen – doch ich wollte keine Kollision riskieren“, so Florian, der daraufhin in der zweiten Kurve seine Chance nutzte: „Die Steigung vor der zweiten Kurve holte ich genug Schwung, um innen vorbei zu ziehen. Das war schon sehr eng, aber es hat geklappt. Danach kamen noch ein paar Kurven lang Gegenangriffe, doch die Sache war erledigt.“ Im weiteren Rennverlauf baute Florian Renauer seinen Vorsprung kontinuierlich aus, im Ziel lag er 9 Sekunden in Front. „Nach dem harten Wochenende schlussendlich mein Heimrennen zu gewinnen, ist einfach fantastisch“, so Florian überglücklich, „die Leistungsdichte im Ginetta G50 Cup ist enorm, für mich war es das beste Wochenende meiner bisherigen Karriere.“

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