GT-Sprint-Serie, Pergusa (I)

David gegen Goliath auf Sizilien: Florian Renauer bei der GT-Sprint-Serie

Mit der erfolgreichen Premiere der Rennsportmesse ging für Renauer Motorsport vor gut einer Woche die Motorsportsaison 2012 zu Ende. Doch ganz wollten es die Niederösterreicher dann doch noch nicht bleiben lassen: Auf Einladung der Organisatoren der Internationalen Superstars Serie ließen Florian Renauer und seine Ginetta G50 GT4 den Wintereinbruch in Österreich hinter sich, um beim Saisonfinale der italienischen GT-Sprint-Serie in Pergusa teilzunehmen. Der Lohn für die lange Reise ins warme Sizilien war ein Doppelsieg in der GTS-Open-Klasse auf der spektakulären Hochgeschwindigkeitsstrecke.

Unter den italienischen Rennstrecken ist es so etwas wie der vergessene Rohdiament: Das Autodromo di Pergusa in der Stadt Enna auf Sizilien. Hier, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ätna, fand vor vielen Jahrzehnten der nicht zur Formel 1-Weltmeisterschaft zählende Mediterranean Grand Prix statt. Seither wurde es ruhig um den knapp fünf Kilometer langen Kurs, der sich in 16 Kurven um den einzigen natürlichen See Siziliens, den Lago di Pergusa schlängelt. „Beim Saisonfinale des Tourenwagen- und GT-Cups im September am Salzburgring kamen die Organisatoren der Superstar Serie auf uns zu und luden uns zu einem Gaststart bei ihrem Saisonfinale auf Sizilien ein“, erklärt Teamchef Sepp Renauer, wie es zum Ausflug in den Süden kam. „Als man uns erzählte, dass es in der GT-Sprint-Serie 2013 voraussichtlich eine eigene GT4-Klasse geben wird, die zu unserer Ginetta passt, haben wir spontan zugesagt.“

So kam es, dass der gelbe Rechtslenker am Ende der Saison noch die weite Reise ans südliche Ende Europas machte. Und es zahlte sich aus: Jene Serie, in der u. a. schon Stars wie Christian Klien an den Start gingen, entpuppte sich als extrem professionell aufgezogener Event, der sogar auf Sizilien tausende Fans an die Strecke lockte. Bei angenehmen 20 Grad zeigte sich auch Florian Renauer begeistert vom Umfeld und der Strecke selbst: „Der Kurs ist fast wie eine kleine Version der Nordschleife, mit sehr vielen Buckeln, Schlaglöchern und unterschiedlich hohen Curbs“, so der 19-jährige Niederösterreicher.

Wenngleich die Streckencharakteristik – viele Vollgas-Passagen, unterbrochen von langsamen Schikanen – eher gegen die GT4-Ginetta sprach, war der frischgebackene Vizemeister des Tourenwagen- und GT-Cups und Sieger der GT4-Wertung von Anfang an Feuer und Flamme. Schon im Qualifying verbesserte „Flo“ seine eigene Bestzeit in nur 30 Minuten um knappe zwei Sekunden – und ärgerte in den beiden Sprintrennen am Sonntag unter „Forza Ginetta“-Rufen des gutgelaunten italienischen Publikums die viel leistungsstärkeren Ferraris und Porsches.

Am Ende reichte es zum Doppelsieg in der GTS-Open-Klasse bzw. zu den Rängen 10 und 6 in der Gesamtwertung. „Dass Florian nur auf einer Distanz von 5 Kilometern nur 1,5 Sekunden auf die viel stärkere Konkurrenz verloren hat, ist wirklich sensationell“, war Sepp Renauer von der Leistung seines Sohnes angetan. „Auch die Italiener konnten es kaum glauben und nahmen die Ginetta nach dem Rennen noch einmal ganz genau unter die Lupe. Eines ist klar: Wenn die GT-Sprint-Serie 2013 am Slovakiaring und in Brünn gastiert, sind wir auf jeden Fall mit dabei!“

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